Beerdigung  

 

Foto 70: Salut

Rufo

 

 

 

Foto 71: Trauer

Rufo

 

 

 

Foto 72: Trance

Rufo

 

 

Foto 73: Trauertanz

Rufo

 

 

 

Foto 74: Grabhuegel

Rufo

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine alte Frau ist gestorben. Ihr Tod wurde erwartet - die Frauen des Clans kamen die letzten Tage ständig in ihre Hütte, um sie zu betreuen und ihr in ihren letzten Stunden beizustehen.

Die Kunde ihres Todes wird durch lautes Wehklagen und Salutschüsse im Dorf verbreitet. Einige Abgeordnete des Clans machen sich auf den Weg, um die Nachricht des Ablebens im gesamten Umland zu verbreiten. Jedem Clanmitglied soll die Gelegenheit gegeben werden, von der Verstorbenen Abschied zu nehmen. Deshalb dauert die Zeremonie auch vier Tage. Immer wieder treffen neue Gäste ein, die sich an den Ritualen beteiligen.

Die gesamte Trauerzeremonie ist voll mit Symbolen, die Abschied und Ende demonstrieren. Die Hütte der Verstorbenen wird praktisch ausgekehrt. Alles, was ein Mensch in Arbore zum Leben braucht, wird herausgetragen bzw. am Grab in alle Winde verstreut - das Feuer wird aus der Hütte getragen, Wasser wird vor dem Grab verschüttet, Tabak und Blut werden im Umland verteilt, Milch und Butter - beides Symbole der Fruchtbarkeit - werden im Kral weggeschnipst, eine Kalebasse wird ganz zum Schluss am Grab zerbrochen.

Mit immer wiederkehrenden Tanzen (Film_Tanz), dem Spenden von zahlreichen Ziegen und Schafen für das rituelle Schlachten und dem gemeinsamen Essen wird miteinander Abschied genommen und die Gemeinschaft des Clans gestärkt. Durmaytee, dieser hier gezeigte symbolträchtige Trauertanz, wird ausschließlich vom Olmoke-Clan getanzt. Alle anderen Arbore-Clans tanzen nicht bei der Beerdigung. Die Menschen Wehklagen in der Gemeinschaft, einige fallen in Trance (Film_Trance), Frauen ziehen durch das Dorf und beklagen lautstark den Tod der Großmutter.

Allerdings wird dieses ausgedehnte Beerdigungsritual nur denjenigen Arbore zuteil, die lebende Nachkommen haben und somit ihren Beitrag für den Fortbestand der Gesellschaft geleistet haben. Stirbt ein Arbore - auch wenn er verheiratet ist - ohne Kinder zu haben, wird er des Nachts im Kral begraben und niemand möchte am nächsten Tag öffentlich an ihn erinnern.