Female Genital Cutting / Beschneidung von Frauen  

 

Foto 42: Wege durch das Flussbett
Rufo

 

 

 

Foto 43: eine haraté
Rufo

 

 

 

Foto 44: Gallé
Rufo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Praxis FGC kennt keine Grenzen, weder geographische, religiöse noch soziale. Die einzige erkennbare Grenze ist die ethnische Gruppe selbst.

FGC wird weltweit in ca. 41 Ländern auf sehr unterschiedliche Art und Weise praktiziert. Der Eingriff ist Ausdruck der sozialen Kontrolle und Normierung. Über ihn wird die Heiratsfähigkeit gekennzeichnet. Die schmerzhafte Markierung ist verdeckt, irreversibel und eindeutig. Die junge Frau erhält allein dadurch die gesellschaftliche Zustimmung zu späteren sexuellen Aktivitäten.

FGC ist bei den Arbore ein alteingesessenes Ritual, um den Übergang vom unverheirateten Mädchen zur Braut zu kennzeichnen. Die Operation mit all ihren Konsequenzen ist die Normalität, nicht angezweifelt oder gar kritisiert. Keiner der von mir Befragten, weder Männer noch Frauen, stritt den gewaltigen Schmerz, die Angst und das Mitleid mit Tochter, Schwester oder Freundin ab. Eine Eliminierung aus ihren kulturellen Gepflogenheiten schien jedoch fast allen unvorstellbar. Was sollte dann Mädchen von Frauen, Ehrbare von Huren, Starke von Schwachen unterscheiden?