Blut  

 

Foto 27: Hochzeit: Segnen
Rufo

 

 

 

Foto 28: Hochzeit: Schlachten
Rufo

 

 

 

Foto 29: Braut nach Exzision
Rufo

 

 

Foto 30: Ziegenblut
Rufo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blut heißt in Arbore diik. Es ist Quelle der Stärke und kann süß sein. Es ist nie neutral, sondern wird immer gewertet und scheint Verhältnisse eher zu trennen. Es trennt Verwandte von nicht verschwisterten oder verschwägerten Nachbarn, trennt Feinde von Freunden, trennt Männer von Frauen. Die Beziehung zu süßem Blut, diika makka, ist ambivalent. Es ist etwas, was begehrenswert ist. Man will es besitzen (Frauen) und man will und darf es gewaltsam fließen lassen (Tötung von definierten Feinden). Das Arbore Sprichwort „Heiraten ist wie ein Kampf“ ist Zeugnis dieser Ambivalenz.

1. Das Blut der Herde
Im Alltag dienen Rinder als Milch- und Blutlieferant. Um das Blut zu erhalten, wird mit einem Pfeilschuss die Halsschlagader eines starken Rindes angeritzt und das Blut in einer Schale aufgefangen, meist mit Milch vermischt und getrunken. Das Trinken des Blutes bringt physische Stärke und starke Emotionen bis hin zu tranceartigen Zuständen.

2. Das Blut der Nachbarn
Nachbarn haben süßes oder schlechtes Blut. Die Arbore sagen diika nyaba makkada, das Blut der Feinde ist süß. Nachbarn mit süßem Blut sind in der Regel solche, die über keinen gemeinsamen Abstammungsmythen mit den Arbore verfügen. Ihre Tötung bringt physische Stärke und Fruchtbarkeit zu den Arbore.

3. Das Blut der Frauen
Während der Monatsblutung gibt es keine Seklusion der Frauen, so wie in zahlreichen anderen afrikanischen Gesellschaften. In der Wortsammlung von Hayward (1984) wird Menstruation mit ture, schmutzige Sache, definiert. Mir wurde auch die Beschreibung eel wannit, Quelle der Frauen, gegeben. Diese Definition birgt in sich positive Merkmale wie Fruchtbarkeit und Ursprung des Lebens. Während der Menstruation gilt sexueller Kontakt als tabu.