Heiraten  

 

Foto 38: Mädchen
Rufo

 

 

 

Foto 39: junger Mann
Rufo

 

 

 

Foto 40: Sura und Enkel Arkulo
Rufo

 

 

Foto 41: Rinder
Rufo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Heirat ist in Arbore mit zwei markanten Übergangsritualen verbunden - sud (Hochzeit) und min gussin (Hausbau). Diese liegen, je nach Finanzkraft des Bräutigams, Monate bis Jahre auseinander.

Im ersten Übergangsritual sud wird aus dem Mädchen eine Braut. Der Bräutigam muss einen hohen Brautpreis in Form von Rindern, Ziegen, Schafen, Honig, Kaffee, Tabak und Muscheln bezahlen. Er hat Jahre dafür gearbeitet. Das Mädchen wird im Verlaufe des sud-Rituals beschnitten. Neben dieser verborgenen Markierung ist ihr Statuswechsel ganz offensichtlichen mit äusseren Veränderungen wie der Frisur, Kleidung und im Verhalten verbunden. Abschließend zieht die Braut zu ihren Schwiegereltern, wo sie sich bei den alltäglichen Arbeiten unter starker Kontrolle beweisen muss.

Am Tag des zweiten Hochzeitsrituals min gussin tanzt die Gruppe der Bräute nackt am Fluss. Ihr Tanz ist wegen der fehlenden Bekleidung außergewöhnlich. Um die Braut symbolisch von ihren kindlichen Eigenschaften zu reinigen, werfen sie die uta in den Fluss. In der Zwischenzeit stellen die Dorfbewohner gemeinschaftlich eine kleine Hütte für das Brautpaar fertig. Nachts stehlen sich utanté und Ehemann in die Hütte. Sie werden von den Jungen und Männer belauscht, die die korrekte Durchführung der Hochzeitsnacht prüfen wollen. Nach der Hochzeitsnacht ist die Frau eine sallé und wird häufig als 'ege hanni', 'Mutter der Kleinsten' angesprochen. Vorschusslorbeeren und offenkundige Erwartungshaltung auf das erste Kind.