Kulturalltag  

 

Foto 7: Daadi, der Jüngste
Rufo

 

 

 

Foto 8: Feldforschung
Rufo

 

 

 

Foto 9: Moderne Verteidigung
Rufo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Arbore leben im Great Rift Valley, in dem Gebiet, wo sich höchstwahrscheinlich die ersten Menschen von den Menschenaffen getrennt haben. Die berühmten Skelettreste des australopithecus afarensis Lucy kann man heute im Museum in Addis Abeba begutachten. Sie wurden 1974 in der Afar - Senke gefunden, knapp 900 Kilometer nordöstlich des heutigen Siedlungsgebietes der Arbore.

Ihre Abstammung leiten die Arbore in ihren Mythen von einigen Nachbarn wie den Borana oder Marle ab. Ihre Kultur ist alt, aber nicht statisch. Gerade jetzt befinden sie sich in einer Phase des Umbruchs, das äthiopische Staatengebilde ist alles andere als stabil.

Heute stehen die Arbore auf dem Scheideweg, zwischen Einverleibung und Verlust oder Bewahrung ihrer Kultur. Ihr Blick zur Moderne, insbesondere der der Männer, ist sehnsüchtig.

Bei der Beschreibung des Kulturalltags der Arbore wird deutlich, was diese Gruppe von anderen trennt. Diese Selbstdefinition hat sie Jahrhunderte überleben lassen. Grundlage ist ihre Fähigkeit, sich den extremen Umweltbedingungen anzupassen.. Es ist ihre Etablierung als Sorghumspezialisten, ihre Anpassung an die Regen- und Trockenzeiten, ihr Umgang mit Wasser, ihr Feind- und Freundbild, ihre Sozialstruktur und Moralvorstellungen sowie ihre harte Trennung von anderen Gruppen mittels spezieller Symbole wie Blut, Rechts-Links-Dominanz oder Beschneidung.