Sozialer Werdegang der Frauen  

 

Foto 34: Kinder essen
Rufo

 

 

 

Foto 35: Freundinnen
Rufo

 

 

 

Foto 36: Baro und ErstgeboreneRufo

 

 

Foto 37: akka, Witwe, baski
Rufo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Lebensrhythmus der Arbore wird durch Tag und Nacht, Regen- und Trockenperioden bestimmt. Alters- und Generationsklassen inklusive der dazugehörigen Sozialisationsstufen definieren den sozialen Werdegang. Beispielhaft soll hier der soziale Werdegang einer Frau beschrieben werden:

Säuglinge und Kleinkinder werden als morqo bezeichnet. Weder Mädchen noch Jungen werden hier als Individuum angesehen. Zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr wird ein Mädchen als haraté bezeichnet. Für diesen Übergang gibt es kein Ritual. Mit der Stufe der haraté beginnt die Integration des Mädchens in den Arbeitsprozess und seine Anerkennung als Individuum.

Irgendwann heiratet die haraté. Manchmal ist es Liebe, manchmal ein Arrangement. Mit sud, dem Übergangsritual der Hochzeit, wird die haraté zur utanté (Braut). Sie zieht zu ihren Schwiegereltern und wird dort geprüft. Nach Monaten folgt das abschließende Hochzeitsritual min gussin (Hausbau). Nach der stark ritualisierten Hochzeitsnacht wird die utanté als sallé (Ehefrau) bezeichnet. Sie ist jetzt die Mutter der Kleinsten (d.h. noch Ungeborenen).

Scheitert die Ehe oder stirbt der Ehemann, wird die Frau als baski bezeichnet. Eine baski ist eine Frau am Rande der Gesellschaft, ausgestattet mit besonderen Rechten. So darf sie ganz offen Liebhaber haben. Es ist ihr aber nicht möglich, die Anerkennung einer Verheirateten zu erfahren.