Tänze  

 

Foto 21: Tanz auf dem nab
Rufo

 

 

 

Foto 22: haraté zum Tagtanz
Rufo

 

 

 

Foto 23: Frauen kommen
Rufo

 

 

Foto 24: Hochzeitstanz
Rufo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tänze sind in Arbore alltäglich wie besonders. Nicht selten werden mit ihnen Tabus gebilligt gebrochen und Regeln umgekehrt.

Beim nächtlichen Tanz auf dem Dorfplatz können Unverheiratete spielerisch und offen Zärtlichkeiten austauschen. Durch kurze Berührungen mit den Fingerspitzen oder Haschen spielen. Es gibt Vorsänger und Vortänzer. Das Rasseln der Fußringe und Klatschen geben den Rhythmus an. Mit Beginn der Ernte wird häufiger getanzt, auch tagsüber im Buschland. Die Mädchen sind während dieser Zeit nicht zu bändigen. Sie sind gierig nach Schmuck und Butter, um für die Jungen attraktiv zu sein. Für wenige Tage scheint für sie das Tabu sexueller Aktivitäten aufgehoben zu sein.

Die Tänze rund um die Hochzeit sind stark ritualisert. Die verheirateten Frauen aus dem Clan des Ehemanns heißen das Mädchen willkommen. Die verheirateten Frauen aus dem Clan der Braut verabschieden sie. Sie kommen mit Knüppeln angerannt und drohen dem neuen Clan, ihr Kind ja gut zu behandeln. Beide Gruppen tanzen zu getrennten Zeiten. Gemein ist ihnen, dass die Tänze anzüglich sind. Die Hüften werden geschwungen, zweideutige Gesten gemacht oder der Beischlaf mit einem Mann tänzerisch dargestellt.

Auch die Tänze bei einer Beerdigung sind stark ritualisiert. Sie tanzen langsam, dem Anlass ebenso wie dem Status und Alter der Tanzenden angemessen. Die Clanmitglieder der verstorbenen Person tanzen gemeinsam in Kreisen (Video). Hierfür kommen alle verheirateten Frauen, die ja aktuell in dem neuen Clan ihres Ehemannes leben, zu ihrem ehemaligen Clan in den sie geboren wurden und vollführen gemeinsam mit allen Clanmitgliedern die 3 bis 4 tägige Trauerzeremonie.

Wenn nachts die Trommeln ertönen, kommt der ayyan. Der Geist schlüpft in die Körper, lässt die Betroffenen mit fremder Zunge sprechen. Viele fallen in Trance durch Hyperventilation, Hitze und Drogen wie Alkohol und Koffein. Die Umherstehenden singen spezielle Lieder und klatschen. Der ayyan grüßt die Teilnehmer und fordert sie auf, mit ihm zu tanzen. Er brabbelt, singt und trinkt. Am nächsten morgen hat er oder sie meist keine Stimme mehr.